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Controlling als Performance Measurement

Seit Ende der achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts nimmt man sich insbesondere in der englischsprachigen Management Accounting-Literatur dem Problem des Messens von Arbeitsergebnissen und Arbeitsleistungen unter dem Arbeitstitel „Performance Measurement“ an. Dennoch, das objektiv nachvollziehbare Messen von Arbeitsergebnissen und Arbeitsleistungen ist eines jener betriebswirtschaftlichen Probleme, die bis heute nicht zufriedenstellend gelöst werden konnten. Oft beschränkt man sich auf finanzielle Größen, die zwar zur Abbildung der Wirtschaftlichkeit im Unternehmen hilfreich sind, jedoch weder Ursachen noch Ergebnistreiber transparent machen können. Die Folge ist eine kurzfristige Optimierung der finanziellen Ergebnisse, was leider nur selten mit einem langfristig nachhaltigen Wachstum einhergeht. Zukunftsfördernde Potenzialinvestitionen werden vernachlässigt, innovationsfördernde Verhaltensweisen unterdrückt oder zumindest nicht belohnt.

„Performance Measurement-Systeme dienen der Messung und Lenkung der mehrdimensionalen, durch wechselseitige Interdependenzen gekennzeichneten strategischen und operativen Aspekte des Unternehmenserfolgs und seiner Einflussgrößen.“ (Baum/Coenenberg/Günther 2004) Unter „Mehrdimensionalität“ wird das Berücksichtigen von finanziellen und nicht finanziellen Kriterien, aber auch das Einbeziehen der unterschiedlichsten Erfolgsfaktoren (z.B. Kosten, Zeit, Qualität, Innovationsfähigkeit, Kundenzufriedenheit) verstanden. Die Messung dient der Beurteilung der Effektivität und Effizienz der Leistung und der Leistungspotenziale unterschiedlichster Leistungsebenen (z.B. Organisationseinheiten, Mitarbeiter, Prozesse). (Gleich 2001)

Generell besteht ein Performance Measurement aus Kennzahlen bzw. Indikatoren sowie – will man von einem System sprechen – aus deren Verknüpfung und Beschreibung ihrer Interdependenzen. Eine Kennzahl wird dabei als Größe definiert, die quantitativ messbare Sachverhalte und Zusammenhänge in konzentrierter Form erfasst. Nun sind aber insbesondere im Innovationssystem nicht alle Sachverhalte quantitativ messbar und als Zahl darstellbar. Es müssen deshalb unbedingt auch qualitative Beschreibungen in einem Performance Measurement System für das Innovationssystem zugelassen werden. Der aus dem angloamerikanischen Sprachraum kommende Begriff „Performance Indikator“ trägt dem Rechnung. „Er bringt zum Ausdruck, dass Performance nicht etwas Absolutes ist, und dass Performance nicht immer ganz präzise erfasst und quantifiziert werden kann.“ (Wettstein 2002) Im Duden wird der Begriff Indikator definiert als „Umstand od. Merkmal, das als [beweiskräftiges] Anzeichen od. als Hinweis auf etwas anderes dient.“ Diese Definition hält vor Augen, dass die Leistung des Innovationssystems durch einen einzigen Indikator allein nicht verlässlich vorhergesagt bzw. bestimmt werden kann. Für solide Aussagen ist ein Set an Performance Indikatoren notwendig, die – im Falle eines Performance Measurement Systems – miteinander verknüpft sind.

Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, würden an dieser Stelle eine auf Vollständigkeit bedachte Darstellung der Kennzahlen(-systeme) für den Innovationsbereich angeführt werden. Die Unterschiedlichkeit der Unternehmensbedürfnisse machte die Entwicklung verschiedenster R&D-Performance Measurement Systeme notwendig. So liegt beispielsweise in deutschen Unternehmen der Fokus auf der Verwendung inputbezogener, meist quantitativer Kennzahlen, in US-amerikanischen Unternehmen hingegen mehr auf der Outputmessung, wobei durchaus auch qualitative Kriterien herangezogen werden.

Deutschsprachige Abhandlungen hierzu sind z.B. bei Bürgel/Haller/Binder, Gentner, Gerpott, Hauschildt, Schmelzer, Schmelzer/Friedrich, Schulte, und Specht/Beckmann zu finden. Eine umfangreiche Metauntersuchung zum Thema hat Kerssens-van Drongelen angestellt, die Kennzahlen aus 36, meist englischsprachigen Quellen aufgegriffen und zu einer Art Baukasten vereint hat. Obwohl sie ihre Arbeit mit „Systematic Design of R&D Performance Measurement Systems“ betitelt, beschränkt sie sich nicht rein auf F&E, sondern weitet den Fokus ihrer Betrachtung durchaus auch auf nachgelagerte Verwertungsaktivitäten aus. Mit ihrer Arbeit hat sie auch einen wesentlichen Beitrag zur Strukturierung der Verwendungsmöglichkeiten, der Kennzahlen bzw. Indikatoren sowie der Messobjekte von R&D Performance Measurement Systemen geleistet. (Kerssens-van Drongelen 1999)